Kunst am Bau | Kunst im öffentlichen Raum
     
Wettbewerbe | Platzierungen und Preise

1. Platz: "Freiflug" – Wettbewerb des Kantons Thurgau/Schweiz, für die Kantonsschule Frauenfeld, Realisierungsauftrag
2. Platz: "Wellen Reverenz" – Wettbewerb der Senatsverwaltung Berlin für das Heinrich-Hertz-Gymnasium Berlin
Finalistin:
- "Insights of Anna´s Loom" – Wettbewerb der Senatsverwaltung Berlin für die Anna-Freud-Schule Berlin
- "Unbegrenztes Wort" – Wettbewerb des Landes Berlin, Bezirksamt Mitte für ein Gymnasium im Wedding, Berlin
- "F wie Freiheit" – Wettbewerb des Staatl. Bausamts Neubrandenburg für den Neubau des Polizeizentrums Neubrandenburg, ehem. Stasi-Zentrale Berlin
15. Platz: (mit weiteren 17 Teilnehmern): "Was ist Sprache?" – Wettbewerb des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung für das Humboldt Forum Berlin, Schlossfassade
3. Platz: "Zeitreise“ – Wettbewerb der Stadtverwaltung Traunstein | Kunst im öffentlichen Raum

Realisiert:
Kliniken Südostbayern | Kunst am Bau für die Kinderklinik Traunstein | Wandgestaltung in öffentlichen Räumen und Patientenzimmern
Fassadenprojektion Ez ChaimSynagoge Leipzig | im Auftrag für Leipziger Notenspur | Kunst im öffentlichen Raum
Förderungen:
Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, „Bayern Spielt“ | Förderung der Veranstaltungsreihe „Die Schöpfung“
Ankäufe:
Bischofskonferenz Australien, Braddon | aus Jakobs Weg, Holzdrucke
Stadtkirche Haiger | Grafik „Auferstehung“



Was ist Kunst am Bau?
Kunst am Bau bezeichnet Kunstwerke, die fest mit einem Bauwerk verbunden sind, wie zum Beispiel die künstlerische Gestaltung von Wänden, Böden oder Fenstern. Auch Außenbereiche von Bauwerken, wie Fassaden, Innenhöfe, Zugänge oder Gärten werden mit Kunst am Bau gestaltet. Die Integration der Kunst am Bauwerk oder seiner Umgebung macht sie zu einem festen Bestandteil der Architektur, auf die sie reagiert, indem sie diese unterstreicht oder kontrastiert.

Die Materialien und Techniken, die Kunst am Bau verwendet, sind vielfältig. Sie richten sich nach der Architektur von Bestand oder Planung und nach den Anforderungen, die der Auftraggeber an die Kunst stellt. Zum Einsatz kommen zum Beispiel Wandfarbe, Naturstein, Beton, Glas, Metall und viele weitere, die mit handwerklichen Techniken wie Metallguss, Holzbau, Mosaik oder der Sonderanfertigung von bunten Spezialgläsern Kunst am Bau realisieren.
Auftraggeber für Kunst am Bau sind neben der öffentlichen Hand auch Unternehmen aus der Wirtschaft, sowie private Bauherren.

Meine Künstlerische Position
Nach meinem Verständnis ist Kunst am Bau kein neues Phänomen, sondern eine begriffliche Feststellung. Denn die Kunst ist in der Baugeschichte seit jeher integraler Bestandteil der Architektur mit der Aufgabe, Inhalte mit Bezug auf den Standort zu vermitteln und konkrete Ästhetik bereitzustellen. In der Moderne drängten Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit die Kunst zurück und veränderten die Baukultur. So wanderte zeitgenössische Kunst immer mehr aus dem öffentlichen Alltagsraum heraus und hinein in ausgesuchte Orte wie Galerien und Museen. Ich halte daher die Kunst am Bau für eine notwendige Größe in der den öffentlichen Raum prägenden Baukultur, da sie einen Ausgleich zwischen Zweckmäßigkeit und Ästhetik schafft. Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum holt zeitgenössische Kunst in die Alltagsumgebung hinein und stellt damit einen wichtigen Beitrag zu einer kulturell und damit menschlich gestalteten Umwelt, für die sich meine Arbeit engagiert.

Die Grundlagen meiner Arbeit in Kunst am Bau
Mit meiner Arbeit fokussiere ich die Gestaltung und das Schaffen von Räumen mit den Mitteln von Kunst. Die Auseinandersetzung mit dem Standort, der Architektur, Funktion, Nutzung und Geschichte einer Aufgabenstellung bildet die Grundlage für ein Konzept, das Inhalte und Gestaltung zusammenführt und neue Bezüge herstellt.

Ein persönliches Anliegen für meine Arbeit liegt in der Ästhetik, die ich für eine Notwendigkeit halte, da sie auf das menschliche Bedürfnis nach Schönheit Antwort gibt.

Das Schweizer Bundesamt für Kultur hat mit seiner „Davos-Erklärung zur Baukultur“ einen Kriterienkatalog für „Hohe Baukultur“ verfasst und konstatiert unter anderem: „Hohe Baukultur berücksichtigt die sinnliche Wahrnehmung... Sie betont das Bedürfnis nach positiver ästhetischer Wertschätzung und einer erfüllenden Beziehung zwischen Mensch und Ort.“ Mit meiner Arbeit möchte ich insbesondere diesem Kriterium Ausdruck verleihen.

Meine persönliche Handschrift in Kunst am Bau
Meine Arbeit für Kunst am Bau hat stets die vorhandene Architektur im Blick und zielt darauf, Räume zu deuten und sie für Nutzer erfahrbar zu machen. Sie soll eine Brücke zwischen der Funktion eines Gebäudes und künftigen Nutzern schlagen, indem sie dessen Intentionen aufgreift und vermittelt. Das Thema, das für den Ort relevant ist, fasse ich in eine gestalterische Sprache, um es nachvollziehbar bereitzustellen.

Kontinuität
Meine Arbeit für Räume, deren Nutzer sich über lange Zeitperioden hinweg dort aufhalten, berücksichtigt den Aspekt der kontinuierlichen Kommunikation zwischen Kunst und Betrachter. Die Kunst am Bau soll zeitlos sein und sich sukzessive entfalten. Die Arbeiten sind inhaltlich mehrschichtig angelegt, sodass sich Versatzstücke ihrer Botschaften im Laufe der Zeit fortlaufend erschließen.

Konzeptionelles Vorgehen
In der Planung der Kunst am Bau beziehe ich mich sowohl inhaltlich als auch formal auf die Umgebung, um die vorhandene oder geplante Architektur fortzusetzen, zu komplementieren oder abzuschließen, oder aber, um gegebenenfalls Kontrapunkte zu setzen. Dabei formuliere ich eine eigenständige Ausdrucksform, die meine persönliche künstlerische Handschrift trägt.

Während der Planungsarbeit erschließe ich das vorliegende Raumkonzept, um dessen Formensprache in eine eigene Sprache zu überführen. So formuliert meine Arbeit für Kunst am Bau den vom Auftraggeber vorgegebenen Zweck von Räumen in ästhetisch positiver Wirkung mit stetem Blick auf deren zukünftige Nutzer.

Dienst am Nutzer
Ich verstehe meine Arbeit als Dienst an den Nutzern und Besuchern mit dem Ziel, erfreuliche Kunst am Bau mit positiver Raumwirkung zu schaffen und als Dienst am Auftraggeber und dessen Intention, einen künstlerischen Beitrag zur Identifikation eines Ortes zu erhalten.

Zu den zentralen Techniken meiner übrigen künstlerischen Arbeit gehören neben Druckgrafik in Hoch- und Tiefdruckverfahren die Malerei, deren konzeptionelle Aspekte und Erfahrungswerte in meine Arbeit für Kunst im öffentlichen Raum / Kunst am Bau einfließen.
 
   
  Entwürfe | Konzepte | Wettbewerbe  
   
 
  Kantonsschule Frauenfeld, Thurgau, Schweiz
1. Platz
Auftrag zur Realisierung
Titel "Freiflug"

 
 
  Beurteilung der Jury
"Mit "Freiflug" gelingt es der Künstlerin, das Wechselspiel von systematischer Wissensvermittlung und individueller Kreativität sichtbar zu machen und damit zentrale Wesensmerkmale von Bildung zu thematisieren.
Die Jury würdigt insbesondere den klaren Bezug zum Thema "Bildung", den regionalen Kontext sowie die stimmige Material- und Farbwahl.
Die Arbeit fügt sich harmonisch in das Treppenhaus ein, ohne den Schulalltag zu beeinträchtigen, und stellt sowohl konzeptionell als auch formal einen deutlichen Mehrwert für den Neubau dar. Die geometrischen Formen und die Darstellung regionaler Wildvögel versprechen bei Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Altersstufen eine hohe Akzeptanz."


Der Entwurf erreichte unter 48 Teilnehmern den 1. Platz.
Er erhielt den Auftrag zur Realisierung durch das Departement für Bau und Umwelt in Frauenfeld, Thurgau.

Aufgabenstellung
"Die Kunst am Bau dient der Förderung der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst. Mit diesem Ziel erteilte die Baukommission in Frauenfeld dem Kantonalen Hochbauamt Thurgau den Auftrag, ein Auswahlverfahren für die Kunst am Bau im Neubau der Kantonsschule Frauenfeld durchzuführen, um dort die Qualität der Kunst sicherzustellen."
Das Thema wurde mit dem Begriff "Bildung!" gesetzt. Die Kunst sollte eine Auseinandersetzung mit dem Ort, der Institution Mittelschule, der Pädagogik oder mit den Nutzern zeigen und einen Dialog anbieten. Gewünscht wurde eine zeitgemäße und zugängliche Kunst, die die Sinne anregt. Ein Bezug zur bereits bestehenden Kunst am Bau in der Kantonsschule (bodenbündiges Chromstahlband) war zur Disposition gestellt.

Konzept des Entwurfs "Freiflug"
Der Entwurf zeigt fliegende Vögel (Alpensegler), die sich aus einem streng strukturierten vertikalen Band herauslösen. Die Installation thematisiert die Nutzung des Gebäudes als Stätte der Bildung, indem sie das Zusammenwirken von Grundlagenbildung und selbständiger Weiterentwicklung von Gelerntem aufnimmt.

Standort ist die Wand des zentralen Treppenhauses im Neubau der Kantonsschule.
 
   
   
   
 

 

 

Das vertikale Band nimmt unmittelbaren Bezug zur Kunstinstallation „bodenbündiges Chromstahlband“, die sich im Bestandbau befindet. Es setzt den Verlauf des Bandes, das im Boden des Innenhofs endet, unvermittelt fort, indem es sich von der Bodenhöhe des EG im Neubau vertikal nach oben bis zur Unterkante der Decke des 1. OG zieht.

Mit dem vertikalen Band verweist der Entwurf „Freiflug“ auf die Pädagogik Johann Heinrich Pestalozzis, der in seiner pädagogischen Lehranstalt die ersten Lehrer für das Schulwesen in Frauenfeld ausbildete. Die Schweiz hatte gemäß der Mediationsverfassung von 1803 die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Im Laufe der folgenden Jahre wurden zahlreiche Lehrer des Kantons Thurgau durch Pestalozzi ausgebildet. Seine Pädagogik nahm damit Einfluss auf die Schulbildung der Region.

Das vertikale Band interpretiert die für Pestalozzis Lernmethoden typischen arithmetischen Übungsreihen neu und stellt diese als Signum für die Grundlagenbildung in den Raum. Die Übungsreihen stehen für die streng vorgegebene Information über Naturgesetzlichkeiten und für das Erlernen des logischen Denkens ebenso, wie für die systematische Wiederholung von Erlerntem innerhalb des Bildungsablaufs.

 

   
 
   
 

 

 

Dahingegen scheinen die frei fliegenden Vögel, die sich in beiden Stockwerken durch den Raum der Treppe bewegen, das genaue Gegenteil zu repräsentieren und als Antipode zu agieren. Sie fliegen in ihrem eigenen Rhythmus, eigenständig, unabhängig und setzen sich scheinbar widersprechend von der Strenge der arithmetischen Rasterung ab.

Doch bei genauem Hinsehen erkennt man, dass die Vögel verschiedene geometrische Muster tragen. Die strenge Rasterung der arithmetischen Reihen hat sich in den Lebewesen eingeprägt und spielerisch höher weiterentwickelt. Diese höher entwickelte Musterung verleiht den Vögeln ihren ganz individuellen Charakter.

   
 
   
 

 

 

Im Entwurf „Freiflug“ ergänzen Systematik und Eigenkreativität einander, um auf Wesensmerkmale von Bildung zu verweisen. Erst eine scheinbar unverrückbar gesetzte Grundlagenbildung verschafft denen, die sich auf sie einlassen und sie verinnerlichen, das notwendige Instrumentarium, um Gelerntes in Leben umzusetzen, individuell anzuwenden und um die jeweils aktuellen Grenzen des Wissenschafts- und Forschungshorizonts stets neu zu erweitern.

 
 
   
 


Regionale Bezüge:
1.) Historie Frauenfeld: Hintergrund ist Pestalozzis Korrespondenz aus dem September 1805 mit dem Frauenfelder Pfarrer Hans Georg Kappeler bezüglich der Ausbildung des ersten Frauenfelder Pädagogik-Studenten Kaspar Meyer an Pestalozzis Institut.
2.) Material: Mit der Wahl des Materials Metall verweist die Installation auf die in Frauenfeld angesiedelte Metallindustrie.
3.) Vögelmotiv: Alpensegler sind in der Region Frauenfeld / Thurgau lebende Wildvögel.

Technische Angaben:
Standort: Innenraum, Wandflächen im Bereich der Haupttreppe
Material: Aluminium, flach gewalzt, geschnitten, farbig und mit Gravur.
Farbgebung: Die in der Installation eingesetzten Farben orientieren sich an den Farbvorgaben der Bestandsgebäude.
Format: vertikales Band: 60 cm Breite (wie Bestands-Installation „Chromstahlband“), 7,20 m Höhe (gesamte Raumhöhe der Wandfläche)
Vögel: ca 1 m Breite

   
 
   
  Dokumentation: Das Kantonale Hochbauamt Thurgau hat eine Dokumentation des Wettbewerbs mit allen eingereichten Wettbewerbsentwürfen in einer Broschüre zusammen gestellt und unter folgendem Link veröffentlicht:
Bericht des Beurteilungsgremiums
 
 
   
   
   
 
  Heinrich-Hertz-Gymnasium | Senatsverwaltung Berlin
2. Platz
Titel "Wellen Reverenz"

 
 
  Beurteilung der Jury
"Hervorgehoben wird eine gute Anordnung der Komposition im Gebäude, die frei und mutig ist und Lebendigkeit in der Raumwirkung vermittelt. Es entstehen Nah- und Fernwirkungen. Die grafischen Strukturen entwickeln feine Bildeffekte und bieten Orientierungsmöglichkeiten durch Motivsituationen zu einzelnen Fachbereichen.
...
Hervorgehoben wird die formale Klarheit des Vorschlags, seine künstlerische Übersetzung als eine Zeichnung im Raum, die zeitlos wirkt und nicht "verstaubt". "

(Zitate: Ergebnisprotokoll der Jurysitzung)

Der Entwurf erreichte unter 148 Teilnehmern den 2. Platz für den Innenbereich.
Der Entwurf wurde einstimmig als Nachrücker zur Realisierung empfohlen.

Aufgabenstellung

Die Kunst am Bau für den Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums soll die Einbindung in den Stadtraum, die Architektur und den sozialen Zusammenhang des Ortes berücksichtigen und Möglichkeiten zur Reaktion und Kommunikation schaffen. Insbesondere soll sich der Entwurf auf die mathematisch-naturwissenschaftliche Fachrichtung der Schule und auf deren spezifische Talentförderung beziehen. Aspekte des Entdeckens und Forschens, sowie der historische Hintergrund der Bildungsstätte sollen sich in der Kunst am Bau wiederfinden.

Konzept des Entwurfs "Wellen Reverenz"
Das elektromagnetische Wellenspektrum wird in einer Grafik verarbeitet, die die Wellen mit unterschiedlichen Farben und Frequenzen in feinen Linien und in klarer Struktur wiedergeben.
Der Entwurf sieht vor, das Spektrum der elektromagnetischen Wellen in mehreren Wandgestaltungen in der Mensa und in zwei Treppenhäusern grafisch aufzubereiten. Am Standort Mensa wird das Wellenspektrum vollflächig auf der zur Verfügung stehenden Wandfläche aufgebracht. In den Treppenhäusern werden jeweils zwei Wellen aus dem Spektrum herausgenommen und miteinander überlappend kombiniert. Die Überlappungen prägen jeweils neue Farben und Muster aus.

 
   
   
  Entwurf Wellen Reverenz für die Wand der Mensa (ca 11,50 x 3,20 m)  
     
  In der Mensa wird über der Sitzbank eine Grafik gesetzt, die das Spektrum der elektromagnetischen Wellen mit unterschiedlichen Frequenzen und Farben in feiner Linienführung wiedergibt. Überlappungen führen zu überraschenden Effekten.
Die geordnete Struktur wirkt ausgleichend und passt zur Raumnutzung.
 
   
   
  Wandabwicklung der Mensa  
   
 

Auf dem Sichtbeton sollen Farbe und Struktur des Untergrunds bewahrt werden. Dies wird durch den Einsatz von Lasuren auf dem Beton erreicht. Die Transparenz der Lasur mit ihrem direkten Auftrag auf den rohen Beton gewährleistet den Erhalt von Struktur und Farbe des Betonuntergrunds. Zugleich wirkt die farbige Grafik trotz ihres breiten Farbspektrums nicht massiv, sondern zurückhaltend und fügt sich in die Umgebung mit ihren gebrochenen Farbtönen harmonisch ein. Dasselbe gilt für die Untergründe der Wände in Treppenhaus 1.

  Detail: Grafik auf Sichtbeton
 
   
 

Leitgedanken
Der Nachweis der elektromagnetischen Wellen ist Heinrich Hertz zu verdanken. Der Entwurf „Wellen Reverenz“ ist nicht nur eine Reverenz an den Namensgeber der Schule, er geht auch bewusst auf deren naturwissenschaftlich-mathematisch-technische Ausrichtung ein. Die variierte grafische Darstellung von elektromagnetischen Wellen an drei verschiedenen Standorten des Gebäudes erinnert in zurückhaltender Weise an Heinrich Hertz und seine Forschung. Die Gestaltung fokussiert die Bedeutung der Grundlagenforschung und geht auch persönlichen Wesenszügen des Entdeckers nach, die diesen für seine wissenschaftliche Arbeit in besonderem Maße auszeichneten. Sein Großneffe Prof. Dr. Gerhard Hertz postulierte, daß Heinrich Hertz „zu den wenigen sehr erfolgreichen Naturwissenschaftlern gehört, die ihr Objekt aus einer vertieften philosophischen Sicht erfassen und somit der Gefahr entgehen, allzusehr im rein Technischen verhaftet zu bleiben“. Der Entwurf „Wellen Reverenz“ greift mit seiner klaren und exakt platzierten Linienführung die Genauigkeit, die der Forschungsarbeit per se zugrunde liegt, auf und setzt diese in verschiedenen Variationen konsequent, aber auch spielerisch und versuchsartig um. Der Entwurf repräsentiert Ordnung, Logik und Systematik, die der Naturwissenschaft zu eigen sind genauso, wie das überraschende Ergebnis versuchsartiger Anordnungen und den Mut zum Experiment.

 
   
 

 

 

Im Treppenhaus 1 wird gegenüber dem Treppenaufgang auf jedem Stockwerk eine Grafik angelegt, die zwei elektromagnetische Wellen aus dem Gesamtspektrum entnimmt und spielerisch miteinander kombiniert, um neue Farb- und Formenergebnisse zu schaffen.

Jedes Stockwerk erhält eine eigene Komposition, die für Nutzer Orientierung bietet.

  Treppenhaus 1, Schnitt
 
   
  Grafische Formgebung
Die einzelnen Wellen der Grafiken sind angelegt mit einer sehr schmalen Strichstärke von je 3,5 mm bei einem Abstand der horizontalen Scheitel von je 10,5 mm. Der Grau-Weiß-Anteil des Hintergrunds im Verhältnis zur Farbe beträgt somit durchschnittlich 3:1, wodurch die Farben zurücktreten und trotz der großen Grafikflächen eine verhaltene Intensität aufweisen. Die Wellen sind in exakter Ordnung und in jeweils gleichmäßigem Abstand gesetzt und geben ein klares strukturiertes System vor, während sie in den Überlappungen Raum für zufällige Ereignisse bieten.
 
     
   
   
  Architekturbezug
Die Grafiken fügen sich in Form und Farbe in die vorhandene Architektur ein, um diese aufzugreifen und weiterzuführen.
 
     
   
   
 

Architekturbezug der Form
Die Fassade des Gebäudes trägt als markantes Merkmal vorgehängte Keramikplatten mit gewellter Oberfläche, im Inneren finden sich große Flächen gewellter Abhangdecken und weitere wellenförmige Akzente.

Der Entwurf „Wellen Reverenz“ führt das architektonisch gesetzte Merkmal in unabhängiger Art und mit eigenständigem Charakter auf zentralen Wandflächen fort. Die Überlappung verschiedener Wellentypen und Wellenfarben an einigen Stellen innerhalb der Grafiken sorgt für eine überraschende, vertiefende und neuartige Umsetzung des Wellenthemas, das so eine unerwartete Weiterentwicklung erfährt.

 
     
   
   
  Architekturbezug der Farbe
Die Architektur gibt die Farben von Fassade und Innenräumen vor mit warmen natürlichen, gebrochenen, pastellartigen Farbtönen. Die Farbgestaltung der Grafiken „Wellen Reverenz“ berücksichtigt das architektonische Farbkonzept, um es mit neuen, markanten Akzenten zu ergänzen. Die Farbgebung der Grafiken ist in Korrespondenz mit den gebrochenen warmen Farbtönen des Umgebungsraums gestellt und passt sich dessen Vorgaben an, während sie zugleich harmonische Kontraste setzt.
 
     
   
   
 

Wirkung der Farbgebung
Einerseits tragen die Grafiken Buntheit in die Räume hinein und setzen mit zwölf Farben je überraschende Kontrapunkte. Die Farb-Wellen überschneiden sich teilweise und ergeben dabei weitere Zwischen-Farbtöne, sowie licht- und perspektivabhängige Effekte.
Die Farben und geschwungenen Formen beleben die Räume und wirken freundlich, dynamisch und einladend. Andererseits fügen sich die Grafiken dank ihrer zurückhaltenden Intensität, die sich durch den lasierten Farbauftrag, hohe Grau-Weiß-Anteile und die geordnete Form ergeben, harmonisch in das vorhandene Farbkonzept der Räume ein. Die dünnen Linien sorgen trotz der Großflächigkeit der Grafiken für eine feine und unaufdringliche Anmutung, die belebend wirkt, ohne die Räume zu belasten.

Detail: Grafik auf Holzzement  
 
   
  Im Treppenhaus 4 wird eine Grafik über zwei Stockwerke angelegt, die zwei elektromagnetische Wellen aus dem Gesamtspektrum entnimmt und spielerisch übereinander legt. Der Untergrund erhält im Bereich der Grafik weiße Lasur.

Die Farben Türkis und Violett bilden zusammen mit dem Grau des Sichtbetons eine frische und harmonische Komposition.
 
     
 

 

 



Detail: Grafik auf Sichtbeton

Treppenhaus 4, Schnitt    
 
 
   
   
   
 
  Gymnasium Schulstraße | Land Berlin
Im Finale des Wettbewerbs
Titel "Wort ohne Grenze" | "Words, Unlimited"
 
 
  Der Entwurf erreichte zusammen mit weiteren zehn Bewerbern das Finale im Wettbewerb unter 111 Teilnehmern.
 
     
  Aufgabenstellung
Für den Neubau des Gymnasiums in der Schulstraße 97 in Berlin Wedding / Gesundbrunnen soll Kunst am Bau geschaffen werden, die sich mit den historischen, räumlichen, architektonischen und sozialen Aspekten des spezifischen Ortes befasst. Die Kunst am Bau soll sich durch ihre künstlerische Eigenständigkeit auszeichnen.

Als Standort legte der Auslober eine Fläche von 20 Quadratmetern im Schulhof nahe des Schulgartens fest. Neben der Fläche befindet sich das Grüne Klassenzimmer, das in den Entwurf einbezogen werden konnte.

Entwurf "Wort ohne Grenze | Words, Unlimited"
Am Kunststandort im hinteren Schulgarten wird auf der vorgesehenen Fläche ein Bodenmosaik gesetzt, dessen zentrales grafisches Element, ein blauer Fluss, in das Grüne Klassenzimmer ausläuft.
In einer Ecke der Fläche ist, fast zufällig und unscheinbar, ein Zitat aus einem Gedicht von Frieda Mehler eingraviert.

 
   
   
  Mosaik im Schulgarten  
   
  Inhaltliches Konzept
Das Bodenmosaik zeigt einen blauen Fluss, der durch eine imaginäre Landschaft fließt, aus deren Grenzen er hinausdrängt, wo er in neuer Umgebung frei weiter fließt.

Auf den ersten Blick mag man an die, das Stadtviertel Wedding/Gesundbrunnen durchfließende Panke denken. Auch nimmt das Element Wasser unmittelbaren Bezug auf die Heilquelle, die unweit des Schulstandorts das Stadtviertel mit prägte und dem Berliner Viertel Gesundbrunnen seinen Namen gab.

Die tiefere Bedeutung des Flusses steht jedoch im Kontext mit dem Zitat der Dichterin Frieda Mehler und weist über die oben genannten, vordergründigen Bezüge hinaus auf die Entfaltungskraft von Worten, und damit in weiterem Sinne auf die Bedeutung von Bildung schlechthin.
 
   
  Befassung mit der Nutzung
Das Zitat von Frieda Mehler beschreibt einen Wesenszug von Sprache, deren Mittel nicht ausreichen, um die Realität in der Grenzenlosigkeit ihrer Perspektiven auszudrücken.

Der Fluss in der Grafik steht für Worte, Information, Wissen und Bildung. Er bricht aus den Begrenzungen der ihn umgebenden Form aus und läuft ungehindert in das Grüne Klassenzimmer.

Die Grafik symbolisiert die formgebende Instanz ebenso wie die freie Entfaltung und stellt beide Größen gleichwertig nebeneinander.
Sie symbolisiert die, geistigen Inhalten innewohnende Unendlichkeit und Dynamik, die in Bildung liegt.

Identifikation mit der Schule
Das Zitat Frieda Mehlers gibt einen Hinweis auf die unbegrenzte Fülle an Information, Wissen und Erkenntnissen, die vor den Jugendlichen liegt und die es zu erobern gilt. Die Schule wird ihnen wichtige Ausschnitte davon vermitteln und stellt den unverzichtbaren Ausgangspunkt, um in weitere Fachgebiete vorzudringen.

Das Motiv von „Wort ohne Grenzen | Words, Unlimited“ mit seinem Zitat motiviert dazu, die Bildung, die in der Schulstraße angeboten wird, als lohnende Basis für weiter führende Qualifikationen zu legen.
 
   

Detail: Ecke aus Backstein mit Text

Im roten Bereich der Ecke links unten ist das Zitat der Dichterin Frieda Mehler eingearbeitet.
Es ist dem Gedicht "Wenn aller Welten Not" entnommen.

Dem Zitat folgt auf dem Stein der Hinweis auf die Dichterin,
die in der unmittelbaren Nachbarschaft des Schulstandorts
wohnte, lebte und wirkte.

Material: Klinker/Backstein
Technik: Sandstrahl-Gravur unter Einsatz von Sandstrahlfolien.


Text: "Denn Worte sind begrenzt. Und unbegrenzt ist, was sie künden sollen.“

   
 
   
  Identifikation im Stadtviertel Wedding/Gesundbrunnen
Die jüdische Dichterin Frieda Mehler wohnte im Zeitraum von 1905 bis 1939 mit ihrer Familie in der, dem Schulstandort nahe gelegenen Badstraße 40, im III. Stock. Neben ihrer Arbeit als Dichterin und Kinder- und Jugendbuch-Autorin engagierte sie sich für soziale und gesellschaftliche Projekte und führte eine offene Wohnung. Sie leistete in der unmittelbaren Nachschaft des Schulstandorts einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben im Wedding/Gesundbrunnen. Mit ihrem sozialen Engagement und ihrem Wirken als Dichterin stellt Frieda Mehler ein Vorbild für Jugendliche und als Bewohnerin des Wedding/Gesundbrunnen eine Identifikationsfigur vor Ort. Ihr Leben bis zu ihrer Flucht 1939 nach Holland erinnert daneben an die Geschichte des Wedding/Gesundbrunnen während der NS-Zeit.
 
     
  Grafisches Konzept
Die Bodenarbeit wird als Mosaik mit Natursteinen ausgeführt. An drei Ecken befinden sich rote Bereiche, die mit Backsteinen/Klinker ausgeführt werden. In der unteren linken Ecke ist das Zitat von Frieda Mehler eingraviert. Die Gravur wird zur Versiegelung in einem leicht kontrastierenden Farbton lackiert und bietet sich unaufdringlich an. Der Text will von den Nutzern des Bereichs scheinbar zufällig entdeckt werden. Die Zurückhaltung der Gravur, die wie eine verblichene Inschrift wirkt, unterstreicht den historischen Bezug und mag die Neugier wecken, den Hintergründen nachzugehen.
 
   
   
   
  Architekturbezüge

Farbgebung: Die Farbgebung der Bodengrafik orientiert sich an der Fassade des Gebäudekörpers, die in gebrochenen, pastelligen Farbtönen gehalten ist. Die Bodenarbeit verwendet damit harmonierende und dennoch eigenständige Farbtöne mit kontrastreicher Intensität.

Formgebung: Die Formen der Bodenarbeit sind organisch und fügen sich damit in die Umgebung des Schulgartens ein. Zugleich bildet die Dynamik der Linienführung und der Farbgebung kräftige Kontraste zur Umgebung, die Aufmerksamkeit auf das Kunstwerk ziehen.

Historische Architektur | Backstein-Fassaden:
An den Ecken der Bodenarbeit finden sich Details aus Backstein/Klinker, die auf die historische Besiedelung im Wedding/Gesundbrunnen verweisen, wo sich in der Gründerzeit zahlreiche Industriebetriebe niederließen und in der Folge erstmals Mietkasernen für die Arbeiter entstanden. Einige der heute noch im Stadtviertel erhaltenen Industriedenkmäler, aber auch das Mietshaus in der Badstraße 40, in dem Frieda Mehler wohnte, weisen an ihren Fassaden den für ihre Architektur typischen roten Backstein/Klinker auf.
 
   
  Die Stadt Berlin hat eine Online-Dokumentation des Wettbewerbs veröffentlicht: Kunst im Stadtraum Berlin
 
 
   
   
   
 
  Anna-Freud-Schule | Senatsverwaltung Berlin
Im Finale des Wettbewerbs
Titel "Insights of Anna´s Loom"
 
 
  Beurteilung der Jury
"Die Arbeit hat eine hohe Präsenz und eine spielerische Farbigkeit. Ihr Spiel mit Fläche, Linien und Farbigkeit ist auch ein Spiel mit der Kunstgeschichte; viele Themen werden aufgenommen und kontextualisiert mit dem Verweis auf Anna Freud und die Bedeutung des Webens für ihr Wirken.
Die Arbeit verbindet Vergangenheit und Gegenwart und ist so ein Beispiel für pädagogisch-psychologische Bildungsarbeit.
Der Bezug zur Schule ist auch in der Materialität – Keramik – wiederzufinden..."

(Zitate: Ergebnisprotokoll der Jurysitzung)

Der Entwurf erreichte mit weiteren zehn Bewerbern das Finale im Wettbewerb unter 71 Teilnehmern.
 
     
  Aufgabenstellung
Für den Neubau der Anna-Freud-Schule soll Kunst am Bau geschaffen werden, die einen Bezug zum Standort, der Architektur und räumlichen Kontext herstellt. Sie soll sich mit der Nutzung des Gebäudes als Ort der Lehre und des Austausches im Sinne des Leitbildes der Oberstufenzentrums für Sozialwesen auseinandersetzen.

 
   
   
  Aufenthaltsbereich OG 2  
   
Entwurf "Insights of Anna´s Loom"
Der Kunst am Bau Entwurf „Insights of Anna´s Loom“ beschäftigt sich mit der Namensgeberin der Anna-Freud-Schule und grundlegenden Konzepten der dort vermittelten Lehrinhalte mit ihrem psychologisch-pädagogischen Schwerpunkt.

Fünf aus Keramik gestaltete Wandobjekte, die gewebtem Stoff nachempfunden sind, setzen sich aus eigens geformten,
drei-dimensionalen Fliesen zusammen. Mit der Lebendigkeit der Wandobjekte, auf deren Oberflächen stets Licht- und Schatteneffekte wirken, reflektiert „Insights of Anna`s Loom“ die Wechselhaftigkeit der Lebensrealitäten, mit denen sich Psychologie und Pädagogik befassen.

Historischer Bezug
Im Arbeits-, Sprech- und Therapiezimmer Anna Freuds stand ein Webstuhl, den sie gezielt für ihre Arbeit einsetzte. Während der Therapiesitzungen mit ihren Patienten arbeitete Anna Freud am Webstuhl. Sie berichtete, dass die Webarbeit während der therapeutischen Arbeit ihre Konzentration und Aufmerksamkeit stärke und zudem beruhigend und ausgleichend wirke.

Der Psychoanalytiker und Kunsthistoriker Rye Dag Holmboe verfasste mit „Anna Freud´s Loom“ eine Abhandlung über die Bedeutung des Webens für Anna Freuds Arbeit und Leben. Seine Untersuchung zeigt, dass Anna Freud das Weben als „therapeutisches Werkzeug“ nutzte. Neben der therapeutischen Wirkung des Webens betrachtete sie, ebenso wie schon ihr Vater Sigmund Freud, gewebte Objekte als Metapher für psychologisch-pädagogische Zusammenhänge.


  Motiv im Zentralen Treppenhaus
 
   
  Inhaltlicher Bezug
Gewebte Objekte sind eine konkrete Metapher für die ineinandergreifende Wirkung unterschiedlicher Kräfte auf Persönlichkeiten, soziale Gruppen und Gesellschaften. Die einzelnen Teile fügen sich in eine sinnvolle Ordnung und ergeben in ihrem komplexen Zusammenwirken ein Ganzes, das funktioniert oder aber therapiebedürftige Störungen aufweist.
Das Kunst-am-Bau Projekt „Insights of Anna`s Loom“ platziert diese Metapher in Form von Wandobjekten an mehreren Orten im Schulgebäude, um den unmittelbaren Bezug zur Nutzung des Gebäudes als Schule mit psychologisch-pädagogischem Schwerpunkt herzustellen.
 
     
   
  Eingangsbereich  
   
  Gesamtkonzept Standorte
Die Standorte für „Insights of Anna´s Loom“ ziehen sich entlang der Hauptachse quer durch das Gebäude. Sie sind im Nord- und Südteil, ebenso im West- und Ostteil platziert und verteilen sich über alle drei Stockwerke. Zugleich konzentriert sich die Kunst am Bau auf das zentrale Treppenhaus im Foyer. Die Objekte bieten Orientierung im Gebäude.
 
   
 

  Zentrales Treppenhaus / Foyer  
 
   
 
Gesamtkonzept Gestaltung
Die Kunst am Bau gestaltet die vorgesehenen Wände großflächig mit Objekten, die die Optik und Haptik von gewebtem Stoff aufweisen. Die durch die drei-dimensionale Formgebung der Fliesen ausgeprägte Haptik dient zusammen mit der farb- und formintensiven Gestaltung dem Zwei-Sinne-Prinzip (Tasten und Sehen).

    Detail Fliesenform
   
 
 

Oberfläche
Die Formgebung und das Verlegemuster der Fliesen führen zu Licht- und Schatteneffekten. Diese verändern sich mit dem Wechsel des Lichteinfalls, mit Tageslicht oder künstlicher Beleuchtung, sowie mit dem Standort des Betrachters. Die Effekte sind vielfältig und verleihen den Wandobjekten eine Lebendigkeit, die unaufdringlich wirkt und ein positives Raumgefühl unterstützt.

Die Fliesen haben eine matte Glasur, die unerwünschte Spiegelungen auf den Oberflächen unterbindet.

  Detail Fliesenform / Spiegelungen
 
   
 

Umsetzung
Das handwerkliche Prinzip von gewebtem Stoff fußt mit Kettfaden und Schussfaden auf zwei Arten von Fäden. Das Projekt „Insights of Anna´s Loom“ setzt dieses Prinzip in seinen Wandobjekten anhand von zwei Gestaltungsmerkmalen um:
1. Die Fliesen haben eine individuelle 3-dimensionale Form in zwei Formaten, die jeweils den Faden von Kette und Schuss nachbilden.
2. Sie werden so verlegt, dass sie ein Webmuster ergeben. Das Raster der Verlegung folgt dem Wechsel von Kette und Schuss, deren Fäden horizontal und vertikal gegeneinander und zugleich über- und untereinander verlaufen.

   
 
   
  Gestaltungsdetails
Die Grafiken der Objekte zeigen je ein Netz von geometrischen und organischen Farbflächen und Linien, die sich zu einem Motiv zusammensetzen. An drei Standorten sind vollflächig farbintensive Objekte, an zwei Standorten Objekte mit Liniengrafik und heller großflächiger Hintergrundfarbe vorgesehen. Die Objekte mit Liniengrafik liegen an den Treppenaufgängen des zentralen Treppenhauses im Foyer und komplettieren das Objekt an der geschossübergreifenden Wand. Jedes Wandobjekt hat einen 10 cm starken weißen Rand, der einen Kontrast zur Farbe der Wand bildet und die Grafik als eigenständig absetzt.
 
     
   
  Motiv im OG 1  
   
 

 

 

 

Farbkonzept
Für die Farbgebung der Objekte wurden aus den vier Farben des Logos der Anna-Freud-Schule Farbtöne in jeweils zehn Abstufungen abgeleitet und in den Motiven eingesetzt.

Die Farbgebung dient der deutlichen Identifikation mit der Schule. Sie kann aber zugleich unabhängig davon bestehen.

Motiv im Eingangsbereich  
 
   
  Architekturbezug
Die Erzeugung von Schatteneffekten auf den Objekten durch die Formgebung der Fliesen stellt einen Bezug zum Gestaltungselement an der Fassade des Gebäudes her, wo geometrische Motive innerhalb eines strengen Rasters seriell wiederholt werden und für optische Bewegung sorgen. Die Farbgebung harmoniert mit den Architekturfarben und setzt Kontraste.
 
     
   
  Aufenthaltsbereich OG 1  
   
 

 

 

Das technische Konzept nutzt das Tageslicht, das an den Standorten durch große Fensterflächen einfällt und an der Oberfläche der Wandobjekte wechselnde Effekte erzeugt.

  Treppenhaus 2
 
   
  Die Stadt Berlin hat eine Online-Dokumentation des Wettbewerbs veröffentlicht: wettbewerbe-aktuell  
 
   
   
   
 
  Humboldt Forum Berlin, Fassade Nordseite
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Wettbewerbsteilnahme
Titel "Was ist Sprache?"
 
 
  Aufgabenstellung
An der nördlichen Stirnseite der zeitgenössischen Fassade soll ein Kunstwerk geschaffen werden, das den programmatischen Anspruch des Humboldt Forums sichtbar macht.
Der Entwurf erreichte aus 130 Teilnehmern die zweite Runde und dort mit weiteren 17 Bewerbern den Platz 15.
 
     
  Entwurfskonzept | Visualisierung von Wilhem von Humboldts Gedanken zur Sprache
Die Fassadengestaltung „Was ist Sprache?“ sieht ein Wandobjekt aus gebrannter Keramik vor, das sich mit der Arbeit von Wilhelm von Humboldt auseinandersetzt.

 
     
   
     
  Wilhelm von Humboldt war der bedeutendste Sprachwissenschaftler des 19. Jahrhunderts und begründete die vergleichende Sprachforschung und Sprachwissenschaften. Er sprach und studierte eine Vielzahl von Sprachen, sein besonderes Interesse galt dabei unter anderem den semitischen Sprachen. In zahlreichen Schriften setzte er sich mit dem Wesen von Sprache auseinander.  
   
 

„Der Ausgangspunkt von Humboldts Sprachauffassung ist anthropologisch. Der Mensch hat das Bedürfnis nach Sprache und die Fähigkeit zu ihr, und alle Menschen erwerben eine Sprache; wer Sprache hat, ist Mensch. Mit der Sprache konstituiert der Mensch sich als Ich, dem die Welt gegenübersteht.“ (Quelle: Die Bedeutung von Wilhelm von Humboldts Sprachdenken für die Rechtswissenschaft, S 875 von Axel Flessner / https://adawis.de/fileadmin/user_upload/Seiten/Verweise/Autorentexte/Flessner_HU-Festschrift_2010.pdf)

Sprache und das Humboldt Forum
Das Humboldt Forum als Ort des Austausches und der Debatten für Kulturen, Künste und Wissenschaften steht als Verkörperung und Verwirklichung für das, was laut Wilhelm von Humboldt insbesondere die menschliche Sprache kennzeichnet und was Sprache bedeutet. Diese beschreibt er als Mittel zum Austausch von Denkkräften und beleuchtet dabei ihre Wirkkraft auf die Bildung von Kultur und Gesellschaft. Ihr Zusammenwirken formuliert Wilhelm von Humboldt besonders plastisch in seiner Schrift „Über den Dualis, die Dialogizität von Sprache“.

Visualisierung von Sprachen-Tradierung
Die Wandgestaltung „Was ist Sprache?“ greift den Text Humboldts „Über den Dualis, die Dialogizität von Sprache“ auf und verbindet ihn mit dem Alt-Phoenizischen Alphabet (ca. 1500 - 1000 v.Chr.), dem ältesten vollständigen Alphabet aus dem Semitischen Sprachraum, aus dem sich über mehrere Etappen hinweg das aktuelle, lateinische Schriftalphabet unseres Sprachraums entwickelte. Die Wandgestaltung zitiert den gesamten Text Humboldts, um seine Gedankengänge und Argumente vollständig auszuführen und spielt zugleich auf den Austausch zwischen den Kulturen an. Sie räumt der grundlegenden Bedeutung von Sprache einen sichtbaren Platz ein und stellt zugleich vor Augen, dass die Entwicklung unserer Kultur auf kulturelle Errungenschaften vor mehreren tausend Jahren zurückgeht und auf der Notwendigkeit von kultureller Übermittlung und Austausch fußt.

Wilhelm von Humboldt
Über den Dualis, die Dialogizität von Sprache
"Es liegt aber in dem ursprünglichen Wesen der Sprache ein unabänderlicher Dualismus, und die Möglichkeit des Sprechens selbst wird durch Anrede und Erwiederung bedingt. Schon das Denken ist wesentlich von Neigung zu gesellschaftlichem Daseyn begleitet, und der Mensch sehnt sich, abgesehen von allen körperlichen und Empfindungs-Beziehungen, auch zum Behuf seines blossen Denkens nach einem dem Ich entsprechenden Du, der Begriff scheint ihm erst seine Bestimmtheit und Gewissheit durch das Zurückstrahlen aus einer fremden Denkkraft zu erreichen. Er wird erzeugt, indem er sich aus der bewegten Masse des Vorstellens losreisst, und, dem Subject gegenüber, zum Object bildet. Die Objectivität erscheint aber noch vollendeter, wenn diese Spaltung nicht in dem Subject allein vorgeht, sondern der Vorstellende den Gedanken wirklich ausser sich erblickt, was nur in einem andren, gleich ihm vorstellenden und denkenden Wesen möglich ist. Zwischen Denkkraft und Denkkraft aber giebt es keine andre Vermittlerin, als die Sprache.
Das Wort an sich selbst ist kein Gegenstand, vielmehr, den Gegenständen gegenüber, etwas Subjectives, dennoch soll es im Geiste des Denkenden zum Object, von ihm erzeugt und auf ihn zurückwirkend werden. Es bleibt zwischen dem Wort und seinem Gegenstande eine so befremdende Kluft, das Wort gleicht, allein im einzelnen geboren, so sehr einem blossen Scheinobject, die Sprache kann auch nicht vom Einzelnen, sie kann nur gesellschaftlich, nur indem an einen gewagten Versuch ein neuer sich anknüpft, zur Wirklichkeit gebracht werden. Das Wort muss also Wesenheit, die Sprache Erweiterung in einem Hörenden und Erwiedernden gewinnen."

(Quelle: Gesammelte Schriften. Hg. von der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften. Berlin: Behr, Bd. 6, S26)

  Textfahne aus Keramikfliesen
 
   
 


Visualisierung von Sprache
Der Text wird in der Grafik als Stellvertretung für Sprache im Allgemeinen angeboten. Er steht symbolisch für Sprache schlechthin. Die Buchstabenhöhe der Texte beträgt ca.10-12 cm, sodass der Text bei nahem Standort als solcher zu erkennen ist.

  Keramikfliesen, handgefertigt und bedruckt
 
   



Grafisches Konzept

Der Entwurf visualisiert den Aufsatz Wilhelm von Humboldts.
Die Fassadengestaltung präsentiert die zugewiesene Fläche wie eine Fahne, die eine Aussage zum Ort ihrer Installation trifft.

Textsatz
Der vollständige Text von W.v. Humboldts Aufsatz „Über den Dualis, die Dialogizität von Sprache“ wird in Deutscher Sprache in Versalien und ohne Satzzeichen umgesetzt. Er ist in vertikalen Reihen von oben nach unten gesetzt, die sich von links nach rechts anordnen. Zugleich wird derselbe Fließtext in Schriftzeichen des Alt-Phoenizischen Alphabets übertragen und in vertikalen Reihen von rechts nach links gesetzt. Die vertikalen Reihen in Deutscher Sprache wechseln sich mit den Reihen des Alt-Phoenizischen Alphabets regelmäßig ab. Der Text in Deutscher Sprache ist in einer Seriphenschrift in weißer Farbe als Gegenpart zum Textsatz in Alt-Phoenizischem Alphabet gehalten, dessen glatte Schriftzeichen in Goldfarbe gesetzt sind.

Aussage der Schleifen
Im unteren Bereich der Grafikfläche umschlingen sich die vertikalen Textbänder paarweise, um danach wieder in ihre Reihe zurückzukehren.

Die Schleifen stehen dabei als Symbol für zentrale Aussagen Wilhelm von Humboldts im Text, der Sprache als kulturell-gesellschaftliche Notwendigkeit auffasst, die menschliches Dasein begründet:

• Sie stehen als Symbol für die gegenseitige Durchdringung von Kulturen, die durch Austausch und Weitergabe ihrer wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Errungenschaften zur Etablierung eigenständiger Kulturen führen.

• Sie dürfen aber auch an die Doppelhelix der DNA erinnern. Die Berechtigung dieses Bezugs liegt in der Tatsache, dass auch die DNA von Lebewesen sich aus einem Code zusammensetzt, der als Sprache lesbar ist. Der Bezug weist ausdrücklich auf die herausragende Bedeutung von Sprache hin, die nicht nur kulturell und gesellschaftlich, sondern auch biologisch Leben begründet und einen doppelten Sinn in Axel Flessners Festststellung „Der Ausgangspunkt von Humboldts Sprachauffassung ist anthropologisch,..“ (Quelle: s.o.) aufleuchten lässt.

Textfahne Detail  
 
   
  Sprache ist Leben
Die Ausführungen Wilhelm von Humboldts legen nahe, dass Sprache Leben begründet. In diesem Sinne decken sie sich mit der biblischen Aussage "Im Anfang war das Wort.." (Joh 1,1) ebenso wie mit dem Schöpfungsbericht: "Gott sprach: Es werde... Und es ward..". (1. Mose 1,3). In der Folge ist Leben ohne Sprache nicht denkbar: Sprache bzw. das Wort schafft Leben, es erhält Leben und – in letzter Konsequenz – ist selbst das Leben.

Die Grafik drückt diesen Zusammenhang aus, indem sie Lebendigkeit durch Bewegung visualisiert. Die Bewegung der Grafik wird durch mehrere Komponenten unterstützt:
• Die Farbkombination stellt weiße und goldene vertikale Textreihen auf einen Untergrund mit kräftiger Purpur-Farbe und erzeugt dabei starke, flimmernde Kontraste.
• Im unteren Drittel der Fläche geraten die Textreihen in Bewegung. Sie schlingen sich paarweise auf einem kurzen Abschnitt umeinander, um danach wieder in ihre reihenförmige Ordnung zurückzukehren.
• Die Oberfläche der Kacheln, die die Grafik tragen, weist leichte Unregelmäßigkeiten in Form von flachen Dellen auf, die durch Licht- und Schatteneffekte optische Bewegung erzeugen.
 
   
  Architekturbezüge

Der Entwurf bettet sich in die Moderne Architektur unter Berücksichtigung der Barockfassade ein.
Dabei setzt er zwei Komponenten ein:

Formgebung: Das Fassadenobjekt fügt sich mit seiner schmalen vertikal ausgerichteten Form in die geometrische Formensprache der modernen Architektur ein. Die klare vertikale Form setzt zugleich einen harmonischen Kontrapunkt zur lang gestreckten Horizontale der Gesamtfassade.

Farben: Die kräftige vollflächige Farbgebung setzt dem langen horizontalen Riegel der von Barockstil dominierten Gesamtfassade einen markanten Endpunkt entgegen. Der warme, intensive Farbton des Purpur harmoniert mit dem beigen Grundton der Fassaden und setzt zugleich einen starken Kontrast.
 
   
   
   
 

 

Barocke Bezüge: Das Wandobjekt antwortet auf die Barockfassade mit einigen unaufdringlichen, dennoch deutlichen Hinweisen. Diese sind:

• Farben: Die Farbgebung folgt barocken Vorgaben. Es werden Farben verwendet, die für den Barock typisch sind. Auf kräftige Farbe Purpur wird weißer und goldener Text aufgetragen. Die Texte treten dabei allerdings nicht pompös, sondern feingliedrig auf.

• Bandelwerk: Ein weiterer Hinweis findet sich in der Umsetzung der Fließtexte in Form von Reihen, die sich im unteren Abschnitt paarweise umeinander schlingen.

Die Umsetzung der Fließtexte erinnert an das Stilmittel Bandelwerk, das für den Spätbarock charakteristisch ist und ausschließlich in dieser Stilepoche angewendet wurde.

Die Gestaltungstechnik des Bandelwerks ist gekennzeichnet durch flache Bänder, die gleich breit sind und die durch Wiederholung Muster bilden. Die Umsetzung der Fließtexte weist zurückhaltend auf die Technik des Bandelwerks hin, ohne ornamental zu wirken.

     
   
 
 


Optische Bewegung
Die Fassadengestaltung lässt den Text Wilhelm von Humboldts als Fließtexte in zwei unterschiedlichen Alphabet-Formen gleichermaßen wie Regen nach unten rieseln. Die optische Bewegung wird durch drei technische Komponenten unterstützt:

Farben: Die Kombination der Farben Weiß und Gold auf Purpur verursacht Bewegung durch ein leichtes Flimmern der Buchstaben bei Lichteinfall. Die Fliesen des goldenen Balkens unten sind in drei Farbstufen der Farbe Gold gehalten und verleihen so dem unteren Bereich der Fassadengestaltung Lebendigkeit und optische Bewegung.

Fliesenform: Die Oberseite der Fliesen hat eine unebene Oberfläche mit flachen, weichen Dellen und Erhebungen, die für Licht- und Schatteneffekte sorgen und Bewegung auf der Oberfläche des Objekts simulieren.

Glasur: Die Fliesen werden zum Abschluss mit einer glänzenden Glasur versiegelt, die Licht auf der Oberfläche spiegelt und so für weitere Bewegung sorgt.

   
 
 
   
   
   
 
  Kliniken Südostbayern | Kinderklinik Traunstein
Beauftragung Kunst am Bau Wandgestaltung
Titel "Übern Berg"
 
 
  Aufgabenstellung

Der Auftraggeber wünschte für zwei Stockwerke im Neubau der Kinderklinik in Traunstein ein künstlerisches Konzept für Wandmalereien im Aufenthaltsraum der Intensivstation und allen dortigen Patientenzimmern, sowie auf dem Flur der normalen Kinderstation. In den Patientenräumen sollte eine Geschichte erzählt werden.

Vorgegebene Farben: Besonderen Wert legte das Klinikum auf einen prägnanten Einsatz der CI-Farben, die für jedes Stockwerk vorgegeben waren. In der Kinder-Intensivstation im OG4 setzt das Klinikum die Farben Lila und Aubergine mit sechs Farb-Varianten als Wiedererkennungsmerkmal ein. Alle sechs Farben sollten sich in jedem Motiv wiederfinden.

Vorgegebene Parameter: Der Auftraggeber wünschte eine gegenständliche, erzählende Gestaltung, die das Thema „Berge“ und „Heimat“ ins Zentrum stellen sollte.

Herausforderungen: Die Integration aller CI-Farben in jedem Motiv stellte eine besondere gestalterische Herausforderung.
Auch die Vorgabe, das Thema "alpine Berge" gegenständlich in jedem Raum umzusetzen war eine nicht einfach zu lösende Aufgabe. Denn alpine Berge sind massive Körper, die an Wänden mit Formaten von mehreren Metern Breite und Höhe zu großen Farbflächen führen würden. Große Farbflächen verstärken im Raum die Farbintensität deutlich und können bedrückend wirken. Diese Überlegungen führten zu der Entscheidung, die großformatigen Körper in flächige Teile zu zerlegen, um sie von ihrer Massivität zu befreien und dem Berg-Thema Freundlichkeit und Leichtigkeit verleihen zu können.

 
   
 

Umsetzung | Entwurf „Übern Berg“

Der Entwurf "Übern Berg" trägt eine Erzählung in die Kinderstation, die die Patienten und ihre Eltern auf ihrem Weg im Ausnahmezustand begleitet und für das Klinikpersonal eine ansprechende Umgebung bietet.

Die Geschichte:

Die Geschichte "Übern Berg" bildet einen Erzählrahmen mit verschiedenen Etappen. Aufgrund der besonderen Nutzung des OG4 als Intensivstation, die mit Stress für alle Beteiligten einhergeht, legt die Erzählung einen ruhig verlaufenden Spannungsbogen an.

Der Aufenthaltsraum legt mit dem Motiv „Seilbahn“ den Leitgedanken über die Erzählung.
Die Gondel ist ein Bild für den Schutzraum, in dem sich werdendes Leben in der Schwangerschaft, nach der Geburt und während der Kindheit befindet und den die Eltern, aber auch die Klinik, die Ärzte und das Pflegepersonal für die Kinder bereit stellen.

 
   
   
   
  Die Gondel führt die Kinder über das unwegsame, steile und zum Teil gefährliche Gelände beim Eintritt ins Leben, bei einer Erkrankung oder nach einem Unfall. Sie führt hinauf in eine Ausnahmesituation, in der alle Beteiligten die vor ihnen liegenden Herausforderungen während des Klinikaufenthalts bewältigen müssen.

In einem anderen Raumteil des Aufenthaltsraums hingegen gleitet eine große grüne Gondel talwärts, dem normalen Leben entgegen.
Die grüne Gondel steht für die Bewältigung der Herausforderungen und für den Ausblick auf die Entlassung aus der Klinik.

Das Motiv "Seilbahn" im Aufenthaltsraum bildet das Dachmotiv der Geschichte, die in den Patientenzimmern weiter erzählt wird.
Die weitere Geschichte führt an verschiedene Etappen, bis der Patient „übern Berg“ ist. Jedes Patientenzimmer sowie zwei Elternzimmer zeigen je ein eigenes Motiv, das eine Etappe auf dem Weg bis „übern Berg“ darstellt.

Der Berg als zentrales Motiv steht in der Geschichte als Symbol für die Herausforderungen, die das kranke Kind, seine Eltern, sowie Ärzte und Pflegepersonal auf dem Weg bis zur Entlassung des Kindes zu bewältigen haben. Der Schutzraum, den Eltern, Ärzte und Pflegepersonal gemeinsam in der Klinik bereitstellen, ist da, um das Kind auf seinem Weg sicher „übern Berg“ zu bringen.
 
   
 

 




Farben und Formen im Einsatz:


Die Gestaltung der Wände zielt unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Intensivpatienten, der Angehörigen und des Personals auf eine Wirkung, die Geborgenheit, Hoffnung und Ordnung ausstrahlt.

 
 
 

Grafisches Konzept:

Das grafische Konzept und der künstlerische Entwurf berücksichtigen die Vorgabe durch den Auftraggeber, das Grundthema Berge und Heimat gegenständlich und illustrativ zu verarbeiten. Für jedes Motiv wurden Handzeichnungen angefertigt, die für die Umsetzung an der Wand in große Formate aufbereitet wurden.

Anforderung an die Wirkung der Kunst am Bau:

Die Gestaltung soll für alle im Klinikprozess Beteiligten ansprechend wirken. Sie soll eine Umgebung schaffen, die auf Kinder eingeht und zugleich für Erwachsene, wie Eltern und Klinikersonal stressreduzierend und angenehm wirkt.

 
   
 




Motiv-Grundlage:


In jedem Motiv wird eine Berg-Landschaft erarbeitet, in die nur ein einzelner Gegenstand im Detail,
wie zum Beispiel ein Tier oder ein Baum gestellt wird, um Ausgewogenheit zu erreichen, die Ruhe ausstrahlt.

 




Die beiden Motive oben und rechts zeigen die Gestaltung der Wände in den beiden Elternzimmern der Intensivstation.

 
 
  Gestaltungsmittel Blockstreifen:

Die Setzung der Blockstreifen ermöglicht es, bei der Umsetzung des Grundmotivs Berge großflächige Farbflächen, die massiv wirken ebenso zu vermeiden wie Unruhe durch gegenständliche Details.

Die Blockstreifen verteilen die Farben in einer einfachen Ordnung und wirken ausgleichend.

Sie können an Bauklötze erinnern und eignen sich für den Einsatz in einer Umgebung, in der es um Kinder geht.
 
   
 




Kunst am Bau in den Patientenzimmern
:

Die Geschichte nimmt im ersten Patientenzimmer ihren Anfang mit einer Andeutung:

Das erste Motiv zeigt eine Bergkette am Horizont. Bevorstehende Herausforderungen zeichnen sich ab. Jetzt beginnt die Zeit der Etappen, die über verschiedene Stationen der Bergwelt führt, bis der kleine Patient "übern Berg" ist.

 
 
  Das letzte Motiv der Geschichte wird wieder an einem See mit Bergkette am Horizont enden und symbolisieren, dass die Herausforderungen bald hinter den Beteiligten liegen.

In den dazwischen liegenden Patientenzimmern führen die Motive hinauf auf Berg-Etappen mit Tieren, Bergwäldern, Almwiesen und Wasserfällen.
 
   
 


Die Farben für die Kinder-Intensivstation:

CI-Farben:

Die vom Auftraggeber vorgegebenen CI-Farben mit ihren lila und auberginen
Tönen verlangen nach
einem Ausgleich mit
frischen Kontrasten.

 
 
  Bunt-Farbpalette:

In der Bunt-Farbpalette kommen helle, freundliche, warme Farben zum Einsatz, die in der Farbpsychologie in ihrer Wirkung als beruhigend, entspannend und regulierend beschrieben sind: Dazu gehören Blau, Grün, Gelb, Orange und Ocker, sowie integrierte Weiß-Flächen. Bunte Farben wirken kommunikativ, nahbar und menschlich.

Farbkombinationen mit beruhigender Wirkung:

Besonders beruhigend wirken nach Erkenntnissen der Farbpsychologie die Kombinationen Grün und Weiß, Braun und Beige, sowie die Farbe Blau in ihren Abstufungen.
 
   
 

Realisierung:

Der künstlerische Gesamtentwurf wurde in der Kinderklinik Traunstein in Teilen realisiert.

Für das Projekt entwickelte ich das künstlerische Gesamtkonzept mit der Erzählung
"Übern Berg" und erstellte die Entwürfe
mit ihren grafischen Motiven.

Der Künstler Robert Dufter führte die Malerei an der Wand aus.

 
 
 
   
   
   
 
  Haus der Bayerischen Geschichte Regensburg
Titel "Bayerns Raute"
 
  ohne Einladung und Wettbewerbsteilnahme in Eigeninitiative angefertigt  
 
 

Aufgabenstellung
Das Haus der Bayerischen Geschichte verfolgt das Ziel, Bayerische Geschichte und Kultur nahezubringen.
Die Kunst am Bau soll das Bauwerk innen und außen aufwerten, die Außenwahrnehmung unterstützen und einen Bezug zur Geschichte Bayerns und zur Nutzung des Gebäudes und seiner Architektur herstellen.

Entwurf – "Bayerns Raute" an drei Standorten
Für das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg wird an drei Standorten
Museum Gebäudehülle, Foyer Bavariathek und Innenhof Bavariathek „Bayerns Raute“ verarbeitet.

Konzept und Leitgedanke
Die Raute wurde bereits im 12. Jahrhundert vom Grafen von Bogen als Wappen verwendet. Ihr Ursprung geht auf Schilde zurück,
die zur Verstärkung mit einem silbernen rautenförmigen Gitter überzogen waren. Im 13. Jahrhundert wurde die Raute
von den Wittelsbacher Herrschern übernommen und sukzessive in das Wappen Bayerns integriert.
Die Raute, die während der NS-Diktatur als Staatssymbol verboten war, steht als starkes Kennzeichen für die Geschichte Bayerns.
Ihre Verwendung dient der Identifikation mit dem Land. Sie symbolisiert die kulturelle Vielfalt der Regionen, die wechselhafte
Zu- und Abnahme des Staatsgebietes und diente über Jahrhunderte als Signum für Bayern als eigenständiges Staatsgebilde.

Da der Ursprung der Raute auf den Schild zurück geht, steht die Raute auch für den Schutz des Individuums.
Dessen Konstituierung innerhalb des Staatsgebietes Bayern erhielten seine Bürger mit den drei zentralen
Verfassungen von 1808, 1818 und 1946. Somit können die Rauten des bayrischen Staatswappens auch verstanden werden
als Versatzstücke der Verfassung, die den Schutz des Individuums innerhalb des Staats im Laufe der Geschichte
Stück für Stück ausweitete und festigte. Die Arbeit begreift die Raute als Symbol für die einzelnen Bestandteile der bayrischen Verfassungen mit ihren Ordnungen, Rechten und Pflichten, die immer mehr an Freiheit für die Bürger gewährleistete.

 
     
  Fassade Museum  
     
 

Die Gebäudehülle trägt eine Keramikfassade, die aus vorgehängten Keramikplatten und Keramik-Einzelstäben besteht.
Der Entwurf sieht vor, die Bereiche, die mit Keramik-Einzelstäben versehen sind, farbig zu gestalten. Die Gestaltung ergibt ein Rautenmuster mit jeweils angeschnittenen Rauten. Die Bereiche, die mit Keramikplatten behangen sind, werden in ihrem ursprünglichen Bestand belassen, sodass sich zwischen der weiß-silber-blauen Farbgebung der Keramikstäbe mit dem Siena-Ocker-Farbton der Keramikplatten ein dynamischer Kontrast ergibt.

 
   
 
     
  Die Fassade, die vom Flusslauf aus ungehindert einsehbar ist, erhält mit der weiß-silber-blauen Farbgebung eine Aufhellung,
die einen vitalisierenden Akzent setzt und Aufmerksamkeit erregt. Das Rautensymbol in seiner großen Dimension ist von weitem
her gut erkennbar und verleiht dem Gebäude ein Identifikationsmerkmal, das einen unmissverständlichen Kontext auf seine Funktion
als Museum für Bayerische Geschichte anbietet.
 
 
 

Die einzelnen, reliefartig aus der Fassadenfläche hervorstehenden Keramikstäbe werden an ihren drei Seiten mit Farbe versehen.
Die einzelnen Keramikstäbe haben eine Seitenlänge von jeweils 6 cm. Die drei sichtbaren Seiten werden mit drei variierenden Abbildungen des Rautenmotivs versehen, sodass ein Lentikular-Effekt entsteht, der sich mit dem Standort des Betrachters verändert.

Material: wetterresistente, haltbare Farbe, die auf die Keramikstäbe aufgetragen wird.

 

 
Detail: Keramikstäbe mit Farbgebung
 
     
 

Die Veröffentlichung der Entwürfe für das Haus der Bayrischen Geschichte erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Staatlichen Bauamtes Regensburg.

 
 
   
   
   
 
  Spitalstiftung Konstanz, Werner-Schupp-Stiftung
Wettbewerbsteilnahme
Titel "Band des Lebens"

 
 
  Aufgabenstellung
Für den Neubau einer stationären Pflegeeinrichtung der Spitalstiftung Konstanz wurde der sogenannte "Sophia"-Garten angelegt, der Kunst und Natur vereinen, Begegnungen ermöglichen und eine therapeutische Wirkung entfalten soll.
Für den Garten ist eine künstlerische Intervention in Form einer Skulptur gewünscht.

 
   
   
     
 

Konzept des Entwurfs "Band des Lebens"
Der Entwurf Band des Lebens sieht ein eng gerolltes Band aus gegossenem Aluminium vor, das in der Farbe Gold gehalten ist und das auf einem quadratischen Podest aus Cortenstahl steht. Das Band symbolisiert den Verlauf eines jeden menschlichen Lebens und charakterisiert mit seinen unterschiedlich geführten Bögen die Unmöglichkeit, den Lebensverlauf zu berechnen, zu kontrollieren oder abzuwägen. Der Verlauf des Bandes richtet sich nicht nach nachvollziehbaren Vorstellungen, sondern zieht seine Bögen nach der ihm eigenen Ausprägung.

 
   
   
     
 

Leitgedanken
Der Anfang und das Ende des Bandes sind nüchtern gestaltet, ein klarer Schnitt setzt eine deutliche Markierung, genauso, wie Anfang und Ende eines jeden Lebens der nüchternen Realität unterliegen. Das Band weist zudem von Anfang bis Ende eine gleichbleibende Breite auf: die Bedeutung jeder Person ist von Anfang an vorhanden, die persönliche Identität, die individuelle Würde jedes Menschen ist stets gleich stark ausgeprägt und ändert sich auch im Laufe des Lebens nicht.

 
   
   
     
 

Die Farbe Gold trifft eine unmissverständliche Aussage über den Wert eines jeden Lebens, das von Anfang bis zum Ende unabhängig von den Lebensumständen in seiner Wertigkeit unveränderbar bleibt.

 
   
   
     
  Architektur
Mit dem Material Aluminium, das in der Farbe Bronze lackiert wird, stellt die Skulptur einen Bezug zur Architektur her. Material und Farbe verweisen auf die Fassade des Gebäudes, die mit Aluminiumelementen der Farbe Bronze verkleidet ist und fügen sich in das Gesamtensemble ein.
Einen weiteren Verweis auf die Gestaltung in der unmittelbaren Umgebung stellt das Podest aus Corten-Stahl, das mit der Beeteinfassung im Garten korrespondiert, die ebenso in Corten-Stahl ausgestattet ist.
 
     
 

 

 

Format
Die Skulptur ist kompakt und maßvoll gehalten
und füllt den durch die Auslobung vorgesehenen
Raum durch ihre dynamische Formgebung aus.
Abmessungen: 1,10 m x 1,10 m Grundfläche,
Gesamthöhe Skulptur: ca 1,30 m Höhe.

   
 
 
   
   
   
 
  Laborneubau | Berliner Hochschule für Technik | Senatsverwaltung Berlin
Wettbewerbsteilnahme
Titel "Gencode | Barcode"
 
 
 

Aufgabenstellung
Die Kunst am Bau soll sich mit der Architektur des Gebäudes, dem räumlichen Kontext sowie mit der Nutzung des Gebäudes als ort von Lehre und Forschung im Sinne des Leitbildes der Hochschule auseinandersetzen.

Entwurf Gencode | Barcode

Inhaltliches Konzept | Das Konzept „Gencode | Barcode“ für das WAL fußt auf der Schnittmenge der dort angesiedelten Labortechniken und somit auf den Grundlagen von Chemie, Biologie und Genetik. Diese Fachgebiete erforschen u.a. die DNA der Natur, um sie zu systematisieren und in andere Systeme zu übersetzen mit dem Ziel, sie in praktische Anwendungen zu überführen. Um den zentralen wissenschaftlichen Arbeitsansatz in Kunst am Bau zu übertragen, greift das Konzept wissenschaftliche Ergebnisse auf und übersetzt diese experimentell in für diesen Zweck ungewohnte Chiffren, die uns aber im Alltag selbstverständlich begegnen. Auf diese Weise weist die Kunst am Bau auf wichtige Zusammenhänge zwischen Wissenschaft und ihrer praktischen Anwendung im täglichen Leben hin.

Leitgedanken | Ein zentraler Arbeitsbereich in der Labortechnik ist die Dekodierung von Informationen aus der DNA von Organismen und deren Neuordnung. Das Konzept für Kunst am Bau setzt Barcodes als Schlüssel für Kodierung und Dekodierung von Information ein, übersetzt z.B. Teile von DNA-Codes in Barcodes und überträgt dabei die wissenschaftliche Arbeit in eine grafische Form. Dabei stehen zwei Gedanken im Fokus:
1.Die Übertragung von Genom-Teilen in Barcodes visualisiert ein Prinzip der naturwissenschaftlichen Arbeit, das in der Dekodierung, Neucodierung und Übertragung von Information in neue Systeme liegt.
2.Der Barcode ist ein geläufiges und unmissverständliches Symbol für Kodierung insbesondere im Kontext mit Konsumgütern. Seine Verwendung steht für die Überführung von Forschungsergebnissen in Konsumgüter und führt damit die praktische Anwendung wissenschaftlicher Forschung und ihre Bedeutung für die Gesellschaft vor Augen.

Künstlerisches Konzept | In den Innenräumen fokussiert die KaB die Pflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand) als erste Pflanzenart, deren komplettes Erbgut entziffert wurde. Sie ist eine der beliebtesten Arten für die Grundlagenforschung an Pflanzen. Die künstlerische Umsetzung führt zwei Ebenen der Übersetzung zusammen:
1. Der genetische Code wird in einen Barcode überführt. Hierfür werden Teile des Genoms der Arabidopsis, deren Nukleinbasen in Buchstaben ausgedrückt sind, z.B. „AGTCAACCTT“, direkt in Barcodes (Barcode 128) übersetzt.
2. Als lesbarer Titel – im Barcode (unten stehend) wird nicht die Code-Folge „AGTCAACCTT“ wiedergegeben, sondern die Erbinformation, die die Code-Folge beispielhaft enthalten kann und die Auskunft über Merkmale der Arabidopsis erteilt. Der Gen-Abschnitt wird übersetzt in z.B.: „DIE WURZEL IST GELB UND SPINDELFÖRMIG“

 
   
 
 

Abbildung oben: Laborflure, Wandgestaltung

An den Wänden der Laborflure werden Genom-Teile der Pflanze Arabidopsis übersetzt in je einen Barcode. Jede Farbe entspricht einem Buchstaben. Der Titel im Barcode bezeichnet Merkmale der Pflanze, z.B. „Die Kronblätter sind kreuzförmig angeordnet“.

Jeder Barcode liegt in einer sandgestrahlten Glasscheibe und hat seine eigene Farbgebung, die harmonisch auf die jeweilige Raumfarbe abgestimmt ist. Die Glasscheiben liegen rückseitig plan auf der Wand und ragen 2 cm aus.
Material: sandgestrahltes Glas und Buntglas / Formate: 7 m x 70 cm;

 
   
 



 
 

Abbildung oben: Foyerbereiche, Wandgestaltung

Die Barcodes werden mit grafischen Abbildungen der Pflanze Arabidopsis kombiniert und jeweils ab Fußbodenleiste vollflächig in Schablonentechnik mit haltbarer Farbe auf die Wand aufgetragen. Jedes Stockwerk hat eine individuelle Farbgebung mit je zwei Farben und Abstufungen, die mit der vorhandenen Raumfarbe harmonieren. Material: Haltbare Wandfarbe; Format: 9 m x 3,10 m.

 
   
 
 

Im Eingangsbereich thematisiert die KaB die vier Nukleinbasenpaare und geht dabei mit naturwissenschaftlichen Grundlagen um. Die Fläche zeigt die vier Nukleinbasenpaare GC, CG, AT, TA als Barcode. Die Ausführung erfolgt mit sandgestrahltem Glas, kombiniert mit dichroitischem Glas. Durch das Licht, das durch die Glasfront und von der Deckenbeleuchtung auf den Glaskörper fällt, werden die Farben des dichroitischen Glases gebrochen und z.T. reflektiert, z.T. durchgeleitet. Abhängig vom Einfallswinkel des Lichts können Farbspiele mit Kombinationen auf den Umgebungsflächen Wände, Decke, Boden entstehen, die so die Nukleinbasen zufällig zusammenstellen.
Format: 2,60 x 4 m

Abbildung oben: Eingangsbereich, Wandobjekt
 
   
   
  Abbildung oben: zwei Stelen im Außenbereich, Ansicht untere Abbildung: Stele zwischen zwei Sitzbänken

Die KaB thematisiert Grundzüge naturwissenschaftlicher Arbeit, die sich mit Kodierung und Organisation befasst und verweist damit prägnant auf Lehrinhalte der BHT und die labortechnische Arbeit im WAL. Zwei Stelen überführen die Begriffe „Technische Hochschule Berlin“ und „Wedding Advanced Laboratories“ in je einen Barcode. Jedem Buchstaben ist eine Farbe zugewiesen.
Material: Glas und Metall; Format: 7 m x 1,50 m; Die Stelen stehen mittig auf einem 10 cm hohen Podest
 
   
   
   
 
 
  Schulneubau in Berlin Lichtenberg | Bezirksamt Berlin Lichtenberg
Wettbewerbsteilnahme
Titel "Brunnen und Boden"
 
 
  Aufgabenstellung
Für die Kunst am Bau gibt der Auftraggeber kein Thema vor. Der Entwurf soll sich mit den räumlichen, architektonischen und sozialen Dimensionen und Situationen der Schule befassen. Mögliche Bezugspunkte sind die künstlerische Belebung innen oder außen, Integration und Toleranz sowie die Identifikation mit der Schule.

Entwurf – Brunnen im Pausenhof "Aktion" und Bodenfliesen für den Pausenhof "Kommunikation"
Der Entwurf sieht für beide Pausenhöfe Installationen vor, die sich ergänzen und miteinander korrespondieren. Der Pausenhof "Aktion" erhält einen Brunnen in Form eines Basketballs, der Hof "Kommunikation" wird mit zehn grafischen Bodenfliesen belebt.

 
   
 
     
  Konzept
Die Installationen vermitteln gemeinsam die Bedeutung von Bildung als Grundlage zur integrativen Förderung aller Schüler, indem sie verschiedene Fachbereiche thematisieren und deren Zusammenwirken gestalterisch umsetzen.

Pausenhof "Aktion": Basketball ist ein allgemein verständliches Signum für Integration, für jeden spielbar, weit verbreitet, fördert Team- und Kommunikationsfähigkeit.
 
   
   
     
   
  Abwicklung der Kugel  
     
  Pausenhof "Kommunikation": Jede der zehn Bodenfliesen widmet sich einem Fachbereich, der in Sekundarstufe 2 unterrichtet wird. Die grafische Ausarbeitung fokussiert Themen aus dem Unterricht, verbindet die Fächer gleichwertig miteinander und dokumentiert die Vielfalt der Lerninhalte

Material
Naturstein, farbig
 
   
Botanik Deutsch   Mechanik
 
   
 
Latein Geometrie
 
 
   
   
   
 
  Spielbereich für Anne-Frank-Schule | Kulturamt Stadt Zwickau
Wettbewerbsteilnahme
Titel "Buchlandschaft"
 
 
  Aufgabenstellung
Für den Außenspielbereich der Anne-Frank-Schule in Zwickau ist ein Kunstwerk als Sitz- und Spielbereich gewünscht, das den Außenbereich der Schule in origineller, ästhetischer und funktionaler Weise aufwertet und zum kreativen Umgang anregt. Gewünscht wurde eine Spiel- und/oder Erlebnisoase mit niederschwelligem Aufforderungscharakter, die sich mit der Spezifik der Schule mit Kindern der Altersgruppe von 6–11 Jahren auseinandersetzt. Für die Aufstellung des Spielbereichs stehen zwei Freiflächen zur Verfügung, die mit Bäumen bepflanzt sind.

Entwurf – Buchlandschaft
Die Idee setzt sich konkret mit der Namensgeberin Anne Frank auseinander, die sich intensiv mit Literatur im weitesten Sinne beschäftigt hat. Zugleich schlägt das Kunstwerk einen Bogen zur Alltagsrealität der Kinder in der Anne-Frank-Schule, wo auch sie sich mit Literatur in vielfältigem Sinne - sei es zur Mathematik, Geschichte oder Biologie etc. - beschäftigen. Der Entwurf zeigt einen Sitz- und Spielbereich in Form einer Buchlandschaft. Die Buchlandschaft bietet den Kindern einerseits einen Platz zum Sitzen, Klettern, Balancieren oder Verstecken, sowie einen markanten Treffpunkt mit einladender Ausstrahlung. Andererseits transportiert sie eine positive Einstellung zur Literatur und animiert Kinder dazu, sich selbständig und selbstverständlich damit zu beschäftigen.

 
   
   
     
  Gestaltungskonzept
Die Bücher tragen zum Teil Texte, die Anne Franks Tagebuch entnommen sind, sowie Grafiken mit unmittelbarem Bezug auf das Leben von Anne Frank, wie zum Beispiel ein Füllfederhalter, Schlittschuhe, ein holländisches Fahrrad und mehr.
Die Farbgebung folgt dem Farbkonzept der Architektur des Schulgebäudes. Ebenso folgt die Kreisform der architektonischen Grundform des Baukörpers.

 
   
   
     
  Material und Oberflächen
Die Buchlandschaft besteht aus Holz und Aluminium, die Oberflächen werden lackiert, Da die Bücher versetzt angeordnet sind, besteht ausreichend Luftzirkulation zur Abkühlung des Materials bei intensiver Sonneneinstrahlung. Zusätzliche Öffnungen innerhalb des Buchkorpus sorgen für weitere kühlende Luftzirkulation. Die Versiegelung mit Lack sorgt für eine hitzeabweisende UV Filterung.

 
   
   
     
  Zwei Formate
Als miteinander kombinierbare Elemente werden eine Variante im Vollkreis und eine Variante mit zwei Segenten für die Buchlandschaft vorgeschlagen, die unter je einem der Bäume auf den vorgesehenen Freiflächen platziert werden.
 
   
   
   
   
 
   
   
   
 
  Eingangsgestaltung Sankt Leonhard | Stiftung Richard Borek Braunschweig
Wettbewerbsteilnahme
Titel "Wegführungen"
 
 
  Aufgabenstellung
Der Eingangsbereich, der in das neu bebaute Areal St. Leonhard führt, soll gestaltet werden. Bezüge zur Architektur, zum diakonischen Charakter, sowie christlichen Werten der Stiftung sollen erkennbar sein.

Entwurf – Glaskunst-Fassade in Mosaik-Gestaltung

Die Fassade des Eingangsbereichs zum „Quartier St. Leonhard“ (Gesamtfläche der Fassade am Eingangsbereich 4 x 5,5 Meter) wird mit einer Fläche aus Glaskunst gestaltet, die vollflächig auf die Wandfläche gesetzt ist. Die Glasfläche wird mittels Ankern rückseitig an der Wand befestigt.

 
   
 
     
  Motiv
Die Darstellung zeigt im Vordergrund die St. Leonhard Kirche, die den Mittelpunkt des Areals „Quartier St. Leonhard“ bildet. Die Kirche im Vordergrund ist angeschnitten und gibt den Blick auf die architektonische Neugestaltung frei, die das Areal nach dem Ausbau prägt. Die Gestaltung der Glaskunstfläche verweist auf die im Quartier gegebene Verbindung von historischer mit moderner Architektur.

 
   
 
     
  Raster
Über der Bildkomposition liegt ein Raster, dem eine Aufteilung in Farbflächen folgt. Das Raster stellt eine Abstrahierung des Wegenetzes dar, das sich durch das Quartier zieht.

 
   
 
 
     
  Bezüge
Die Kirche im Vordergrund der Bildkomposition markiert ebenso wie die Gruppierung der Häuser hinter der Kirche die Rückbindung auf die diakonischen Nutzung und die christlichen Werte der Stiftung.
 
   
 
 
 
   
   
   
 
  Zeitreise – Sechs Installationen | Stadtverwaltung Traunstein
3. Platz

Titel "Schriftrolle Sitzbank"
 
 
  Aufgabenstellung
An sechs Plätzen im Stadtgebiet Traunstein sollen Installationen entstehen, die auf die jeweilige Historie
hinweisen, einen hohen ästhetischen Anspruch erfüllen, einzigartig und unverwechselbar sind
und einen durchgängigen Wiedererkennungswert haben mit dem Potenzial einer Sehenswürdigkeit
für die Stadt Traunstein.

Entwurf – "Schriftrolle Sitzbank"
Der Entwurf sieht für jeden der geschichtlich bedeutsamen Orte im Traunsteiner Stadtgebiet eine Sitzbank vor. Die Sitzbänke haben jeweils die Form einer historischen Pergament-Schriftrolle und sind mit Informationstexten und Illustrationen, die sich auf die Standorte beziehen, ausgestaltet. Die Bänke werden in Bronze gegossen.

Die Form der Schriftrolle weist auf die Geschichte Traunsteins hin:
Schriftrollen wurden in jener Zeit verwendet, als Traunstein erstmals in einem solchen Schriftstück Erwähnung fand. Die auffallende Form der Bänke dient als Wiedererkennungsmerkmal für die Standorte und geht in ihrer individuellen Ausgestaltung auf Besonderheiten der Stadt ein. Die Gestaltung der Standorte geht mit Bild und Text auf deren Historie gezielt ein. Für jede Epoche
wird die entsprechend historisch verwendete Schriftart eingesetzt. Auch die Grafiken gehen auf die Zeit der in Informationstexten beschriebenen Epoche ein.

Platzierung
3. Platz
 
   
Schriftrolle-Sitzbank | Modell  
   
   
   
   
 
   
   
   
 
  Stadtkirche Haiger – Ergänzung Freskenzyklus | Stadtverwaltung Haiger
2. Platz, Ankauf
Titel "Auferstehung"

 
 
  Aufgabenstellung
Die Stadtkirche Haiger ist in ihrem Innenraum mit zahlreichen Fresken aus dem Mittelalter ausgestaltet. Die Malereien zeigen den Kreuzweg Jesu Christi. Das letzte Fresko zeigte die Auferstehungsszene, ist aber verblasst und kaum mehr zu erkennen. Gesucht wurde ein Kunstwerk, das das alte Fresko mit dem Thema Auferstehung durch ein neues Bild ersetzt und im Kirchenraum auf einer Fläche von 75 cm x 2,00 Metern Platz finden sollte.

Entwurf – Auferstehung und Wirkung – Druckgrafik auf Büttenkarton
Die Grafik greift die Figürlichkeit und Farbgebung des Freskenzyklus auf, setzt aber die Figuren in den Hintergrund und hebt den relevanten Text in den Vordergrund. Mit dem Verblassen und Zurücktreten der Figuren bei gleichzeitiger Betonung des Textes hebt sich das Bild vom mittelalterlichen Freskenzyklus deutlich ab und setzt einen Endpunkt, der in die Moderne hinübergreift. Die Figuren im Hintergrund zeigen Menschen aus der gesamten Zeitspanne nach der Auferstehung Christi bis in die Moderne und repräsentieren Diejenigen, die das Evangelium von Anfang an bis heute angenommen haben und für die die Auferstehung Gültigkeit hat. Die Säulenarkade über der Szene greift die Gestaltung des Freskenzyklus ebenso auf wie die Schmuck-Ornamente, in die die Szene eingebettet ist und die sich über das Bild verteilen.
Die Verwendung der Schrifttypen Uncialis aus dem Mittelalter neben der modernen Futura verbindet die Zeit der Entstehung des Freskenzyklus mit der Moderne. Der Fließtext, der über die Figurengruppe läuft, stammt aus dem Johannesevangelium (Joh. 11,25).
Mit dem letzten Satz „Glaubst du das?“ wird der Betrachter unmittelbar angesprochen und zu einer Antwort herausgefordert.

Technik
Die Grafik hat das Format 2000 x 700 mm und wurde in Drucktechnik mit Schablonen und Holzdruckfarben auf Büttenkarton ausgeführt. Der Untergrund ist in Aquarellfarben gehalten. Auf diese wurde mit Holzdruckfarbe aufgedruckt. Durch die Kombination der Aquarell- und Holzdruckfarbe ergibt sich eine Anmutung, die einerseits die kräftige Farbgebung der Fresken und andererseits den partiell verblichenen Zustand des Originalzyklus aufgreift.

Platzierung
2. Platz, und Ankauf der Grafik
 
   
   
 
   
   
   
 
  Kurzfilm zur Ez Chaim Synagoge in Leipzig | Leipziger Notenspur
Fassadenprojektion
Wettbewerbsteilnahme | realisiert

Titel "Ez Chaim – Baum des Lebens"
 
 
  Aufgabenstellung
Der Verein Notenspur Leipzig schrieb die Erstellung einer Fassadenprojektion aus, die während der Jubiläumsfeier der Ez Chaim Synagoge in Leipzig gezeigt werden sollte. Das Video sollte die Geschichte der Ez Chaim Synagoge, die während der Reichskristallnacht von den Nazionalsozialisten zerstört worden war, ins Zentrum stellen. Gleichzeitig sollte der Film aktuelles Jüdisches Leben in Leipzig dokumentieren.

Konzept – Ez Chaim – Jüdisches Leben in Leipzig
Grundlage des Konzepts ist der Lebensbaum (Ez Chaim = Baum des Lebens / Lebensbaum) und ein Zitat aus dem Tenach, Buch Hiob 14,7-9: „ Denn der Baum hat Hoffnung; wenn er abgehauen wird, so kann er wieder ausschlagen, und sein Schößling geht nicht aus…“
Thema des Videos ist die erfüllte Hoffnung von Leben nach der Zerstörung. Die Dramaturgie dokumentiert das Überwinden von Zerstörung, Unrecht und Feindschaft durch Überleben, Versöhnung und die Pflege von Freundschaft.
Das Konzept sieht mit Intro, Hauptteil, Extro und Abspann vier Teile vor. Während das Intro auf den Aspekt des Tenach eingeht, dokumentiert der Hauptteil in drei Blöcken die Historie jüdischen Lebens in Leipzig vor, während und nach der Nazi-Diktatur. Das Extro geht auf jüdisches Leben im Heute ein, während der Abspann sich wieder mit dem Lebensbaum beschäftigt. Die Musik zum Video
stammt aus der Ez Chaim Synagoge Leipzig sowie vom Leipziger Synagogalchor und unterstreicht die Inhalte der jeweiligen Blöcke.

Ergebnis
Beauftragung zur Realisierung des Kurzfilms gemäß Konzept
 
   
Fassadenprojektion während der Festwoche