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Kliniken Südostbayern | Kinderklinik Traunstein
Künstlerische Wandgestaltung
Titel "Übern Berg"
Christine Olbrich: Entwurf und Gesamtkonzept
Robert Dufter: Ausführung der Wandmalerei |
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Aufgabenstellung
Der Auftraggeber wünschte für zwei Stockwerke im Neubau der Kinderklinik in Traunstein ein künstlerisches Konzept für Wandmalereien im Aufenthaltsraum der Intensivstation und allen dortigen Patientenzimmern, sowie auf dem Flur der normalen Kinderstation. In den Patientenräumen sollte eine Geschichte erzählt werden.
Vorgegebene Farben: Besonderen Wert legte das Klinikum auf einen prägnanten Einsatz der CI-Farben, die für jedes Stockwerk vorgegeben sind. In der Kinder-Intensivstation im vierten Stock setzt das Klinikum die Farben Lila und Aubergine mit sechs Farb-Varianten als Wiedererkennungsmerkmal ein. Alle sechs Farben sollten sich in jedem Motiv wiederfinden.
Vorgegebene Parameter: Der Auftraggeber wünschte eine gegenständliche, erzählende Gestaltung, die das Thema „Berge“ und „Heimat“ ins Zentrum stellen sollte.
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Besondere Herausforderungen:
Die Integration aller sechs CI-Farben in jedem Motiv stellte eine besondere Herausforderung an das zu entwickelnde Farbkonzept. Denn die Dominanz der Farben Lila und Aubergine hat nach den Erkenntnissen der Farbpsychologie zwar eine beruhigende, aber auch eine dämpfende und introvertierende Wirkung. Ihr mussten daher auflockernde Farben als ausgleichend extroviertierende Kontraste zur Seite gestellt werden.
Auch die Vorgabe, das Thema "alpine Berge" gegenständlich in jedem Raum umzusetzen war eine nicht einfach zu lösende Aufgabe. Denn alpine Berge sind massive Körper, die an Wänden mit Formaten von mehreren Metern Breite und Höhe zu großen Farbflächen führen würden. Große Farbflächen verstärken im Raum die Farbintensität deutlich und können bedrückend wirken.
Diese Überlegungen führten zu der Entscheidung, die großformatigen Körper in flächige Teile zu zerlegen, um sie von ihrer Schwerfälligkeit zu befreien und dem Berg-Thema Freundlichkeit und Leichtigkeit verleihen zu können. Zusätzlich sorgt die bewusst bewegt gezeichnete Linienführung für eine Auflockerung und reduziert optisch das Volumen der sonst massiv wirkenden Felsformationen. |
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Umsetzung | Entwurf „Übern Berg“
Der Entwurf "Übern Berg" trägt eine Erzählung in die Kinderstation, die die Patienten und ihre Eltern auf ihrem Weg durch den Ausnahmezustand begleitet und für das Klinikpersonal eine ansprechende Umgebung bietet.
Die Geschichte:
Die Geschichte "Übern Berg" bildet einen Erzählrahmen mit verschiedenen Etappen. Aufgrund der besonderen Nutzung des vierten Stockwerks als Intensivstation, die mit Stress für alle Beteiligten einhergeht, legt die Erzählung einen ruhig verlaufenden Spannungsbogen an.
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Der Aufenthaltsraum legt mit dem Motiv „Seilbahn“ den Leitgedanken über die Erzählung:
Die Gondel ist ein Bild für den Schutzraum, in dem sich heranwachsendes Leben in der Schwangerschaft, nach der Geburt und während der Kindheit befindet und den die Eltern, aber auch die Klinik, die Ärzte und das Pflegepersonal für die Kinder bereit stellen.
Die Gondel führt die Kinder über das unwegsame, steile und zum Teil gefährliche Gelände beim Eintritt ins Leben, bei einer Erkrankung oder nach einem Unfall. Sie führt hinauf in eine individuelle Ausnahmesituation, in der alle Beteiligten die vor ihnen liegenden Herausforderungen während des Klinikaufenthalts bewältigen müssen. |
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In einem zweiten Raumteil des Aufenthaltsraums schließlich gleitet eine große grüne Gondel talwärts, dem normalen Leben entgegen.
Die grüne Gondel steht als Symbol für die Zuversicht auf die Bewältigung der Herausforderungen und für den Ausblick auf die Entlassung aus der Klinik. |
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Das Motiv "Seilbahn" im Aufenthaltsraum bildet das Dachmotiv der Geschichte, die in den Patientenzimmern weiter erzählt wird.
Die weitere Geschichte führt an verschiedene Etappen, bis der Patient „übern Berg“ ist. Jedes Patientenzimmer und zwei Elternzimmer zeigen je ein eigenes Motiv, das eine Etappe auf dem Weg bis „übern Berg“ darstellt.
Als zentrales Motiv stellt der Berg in der Geschichte das Symbol für die Herausforderungen, die das kranke Kind, seine Eltern, Ärzte und Pflegepersonal auf dem Weg bis zur Entlassung des Kindes zu bewältigen haben. Der Schutzraum, den Eltern, Ärzte und Pflegepersonal gemeinsam in der Klinik bereitstellen, ist da, um das Kind auf seinem Weg sicher „übern Berg“ zu bringen. |
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Realisierte Version:
Für die Umsetzung an der Wand wünschte der Auftraggeber eine andere Form der Gondel. Diese Version wurde entsprechend der oben stehenden Entwürfe an den Wänden des Aufenthaltsraums ausgeführt.
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Farben und Formen im Einsatz:
Die Gestaltung der Wände zielt unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Nutzer auf eine Wirkung, die Geborgenheit, Hoffnung und Ordnung ausstrahlt. Die Formensprache wendet sich an alle Altersgruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen. |
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Wandgestaltung der Elternzimmer:
Links: Elternzimmer 1
Die Gestaltung der Elternzimmer führt die Besucher mitten hinein in die Bergwelt
Die Motive für die Wandgestaltung in den Elternzimmern messen ca 2 x 2,25 m.
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Grafisches Konzept:
Das grafische Konzept und der künstlerische Entwurf berücksichtigen die Vorgabe durch den Auftraggeber, das Grundthema "Berge" und "Heimat" gegenständlich und illustrativ zu verarbeiten. Für jedes Motiv wurden Handzeichnungen angefertigt, die für die Umsetzung an der Wand in große Formate aufbereitet wurden.
Die Wandflächen der Motive variieren von ca 2 bis 7,5 Metern Breite bei bis zu ca 2,80 Metern Höhe.
Anforderung an die Wirkung der Kunst am Bau:
Die Gestaltung soll für alle im Klinikprozess Beteiligten ansprechend wirken, ohne die medizinischen Abläufe zu stören.
Sie soll eine Umgebung schaffen, die auf Kinder eingeht und zugleich für Erwachsene, wie Eltern und Klinikersonal stressreduzierend wirkt.
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Motiv-Grundlage:
In jedem Motiv wird eine Berg-Landschaft erarbeitet, in die nur ein einzelner Gegenstand im Detail, wie zum Beispiel ein Tier oder ein Baum gestellt wird, um eine Ausgewogenheit herzustellen, die Ruhe ausstrahlt.
Gestaltungsmittel Blockstreifen:
Die Setzung der Blockstreifen ermöglicht es, bei der Umsetzung des Grundmotivs "Berge" großflächige Farbflächen, die massiv wirken ebenso zu vermeiden wie Unruhe durch gegenständliche Details.
Die Blockstreifen verteilen die Farben in einer einfachen Ordnung und wirken ausgleichend.
Sie können an Bauklötze erinnern und eignen sich für den Einsatz in einer Umgebung, in der es um Kinder geht, ohne eine Kindergarten-Atmosphäre zu simulieren, um allen Altersgruppen der Nutzer gleichermaßen gerecht zu werden. |
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Das letzte Motiv der Geschichte wird wieder an einem See mit Bergkette am Horizont enden und symbolisieren, dass die Herausforderungen bald hinter den Beteiligten liegen.
In den dazwischen liegenden Patientenzimmern führen die Motive hinauf auf Berg-Etappen mit heimischen Tieren, Bergwäldern, Almwiesen und Wasserfällen. |
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Bunt-Farbpalette:
Bunte Farben wirken kommunikativ, nahbar und menschlich.
In der Bunt-Farbpalette, die für das Projekt "Übern Berg" zusammengestellt wurde, kommen helle, freundliche, warme Farben zum Einsatz, die in der Farbpsychologie in ihrer Wirkung als beruhigend, entspannend und regulierend beschrieben sind:
Dazu gehören Blau, Grün, Gelb, Orange und Ocker, sowie integrierte Weiß-Flächen. |
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Farbkombinationen mit beruhigender Wirkung:
Besonders beruhigend wirken nach Erkenntnissen der Farbpsychologie die Kombinationen Grün und Weiß, Braun und Beige, sowie die Farbe Blau in ihren Abstufungen. |
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Realisierung:
Die Kunst am Bau "Übern Berg" wurde in der Kinderklinik Traunstein in Teilen realisiert.
Für das Projekt entwickelte ich das künstlerische Gesamtkonzept mit der Erzählung "Übern Berg" und erstellte die Entwürfe.
Der Künstler Robert Dufter führte die Malerei mit hervorragender Präzision an der Wand aus. |
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Traunstein, 2026 © Christine Olbrich |
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